Die Tiere und die Wörter

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Buchdaten:

Titel: Die Tiere und die Wörter
Autor: Wolfgang Hermann
Illustratorin: Katharina Sieg
Verlag: Nilpferd/G+G-Verlagsgesellschaft
Format: 284 mm x 217 mm
Seitenanzahl: 48
Alter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-7074-5209-9
Preis: 19,95€ (A u D)

Zum Buch:

Die Tiere der Savanne philosophieren über Wörter und jedes hat seine ganz eigene Theorie über sie. Der Frosch, zum Beispiel, ist stets bemüht so wenige Wörter wie möglich zu verschlucken, um Ärger zu vermeiden. Die Giraffe hingegen sieht im spartanischen Gebrauch von Worten das Heil, um der Begriffskargheit zu entgehen, denn „wer … namnam … keine Wörter mehr hat … namnam … der muss verhungern.“ Der Leopard hadert mit der Existenz von Worten. Am liebsten wäre ihm, dass Benennungen abgeschafft würden. Er ist für eine Entscheidung: Wörter oder Tiere! In seiner Not sucht er den Philosophenbär auf, denn der weiß auf alles eine Antwort…

In seinem Kinderbuchdebut widmet sich Wolfgang Hermann dem Thema Sprachphilosophie: Warum heißt der Bär, Bär und nicht Büchse? Woher kommen Benennungen überhaupt? Wie heißen die Tiere woanders?
Das zugegeben nicht ganz einfache Thema wird durch die brillanten Malereien von Katharina Sieg sichtbar und nachvollziehbar gemacht. Sie versteht es meisterhaft die wachsende Verwirrung vom Leoparden durch ihre Illustrationen darzustellen. Der Philosophenbär, der aus planetarischen Nebeln zu bestehen scheint, ist der reinste Augenschmaus! Die wunderschönen Farbharmonien in der Savanne lassen einen direkt den warmen Sand spüren und die wohl gewählten Kontraste lassen die Seiten leuchten.

Wie man sich vielleicht schon denken kann,  bin ich ein großer Katharina Sieg-Fan und schon von ihrem Buch „Die Nacht des Elefanten“ hellauf begeistert gewesen, welches allerdings mit einer ganz anderen Technik verwirklicht worden ist. „Die Tiere und die Wörter“ ist zwar auch durch Mixed-Media entstanden, aber unter Verwendung von Tinte, Aquarell und Buntstiften (oder möglicherweise Pastellkreide?), statt Papier, Schere und Leuchttisch. Jede der Techniken ist wunderbar und hat unglaubliche Strahlkraft und – so kommt es mir vor- jede wurde für das jeweilige Buch eigens von der Künstlerin gefunden und weiterentwickelt. Aber lange Rede kurzer Sinn, seht es euch selbst an beim…

… Blick ins Buch:

Abschließende Worte:

Was für ein wunderschönes Liebhaber-Buch! Das Layout und die Buchbindung erfüllen mit Spotlack, Halbleinen und silbernen Sternen all meine Wünsche. Und Katharina Siegs Nachthimmel-Kompositionen regen zum Träumen mit offenen Augen an. Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt!

Franziska Schriftzug 2

Werkstoffvorstellung: Fimo (Bilderflut und Ideenfundus)

 

Weihnachten naht in schnellen Schritten und für uns Bastler und Selbermacher heißt das Hochbetrieb im Kreativatelier! Letztes Schuljahr habe ich im Zuge eines Werkprojektes Polymer Clay für mich entdeckt, also ofenhärtende Modelliermasse. Die bei uns bekannteste Marke heißt Fimo und mit dem haben wir auch unser Vatertagsgeschenk gestaltet:

Fimo Vatertag (1) Kopie

Meine ersten Versuche: Es ist übrigens kein Problem verschiedene Fimo Versionen (Professional, Effect, Soft) zu mischen. Ich habe sogar Premo, also eine andere Marke, dazu gemischt.

Fimo Vatertag (3) Kopie

Das haben die Kinder aus der dritten Klasse aus der Grundidee gemacht!

Fimo Vatertag (2) Kopie

Manche werden im Kühlschrank eher nicht mehr auf einer Flasche drauf platz haben, aber sie sehen herrlich aus!

Fimo Vatertag (4) Kopie

Aus dem Restfimo haben sich die Kinder so nette Anhänger geformt. Auf diese Idee sind sie ganz alleine gekommen.

Die Idee zu den Fimokorken habe ich in einem Buch vom Frech-Verlag gefunden. Es heißt Modellierspaß kinderleicht mit Fimo und hat mir sehr gut gefallen! Daraus hätte ich noch einiges mit den Kindern machen mögen, aber weil Fimo nicht gerade billig ist, musste ich mit den Ideen haushalten 😉 Aber alleine das Cover sieht doch super aus, nicht?

Modellierspaß Kinderleicht mit Fimo.JPG

Fimo Biene Kopie

Die Idee für diesen Anhänger habe ich durch diesen YouTube-Channel bekommen: Creative Rachy

Fimo Schädel Kopie

Das ist ein Detail von einem Cosplay-Kostüm für ein  Spiel genannt Alice: Madness returns. Hach, wie habe ich es geliebt ❤

Fimo Sonnenbrille Skizze Kopie

Man kann auch Alltagsgegenstände verschönern. Natürlich habe ich nur die Sterne in den Ofen gelegt und danach mit Superkleber auf der Brille angebracht. Die dunklen Spitzen habe ich mit Pastellkreide gemacht. Einfach vor dem Härten im Ofen auf den Fimo pinseln.

Ein Kind hatte dann die Idee einen Kaktus zu machen, was mir so gut gefallen hat, dass ich die Idee gleich adaptiert habe. Außerdem hat Goebi, aka Annett Goebel, eine ganz tolle Künstlerin, der ich seit vielen Jahren folge, auch so einen tollen Fimo-Kaktus gemacht: Göbi Kaktus. Goebi hat ganz viele zuckersüße Fimo-Ideen auf ihrer Seite – musch du gugge! Meine Kaktus-Version sieht so aus:

Fimo Kaktus Kopie

Fimo mit Acrylbemalung, erster Versuch…

Ganz zufrieden war ich aber noch nicht.
Bei meinen wirklich tieeefgehenden Recherchen entdeckte ich nebst vielen Informationen noch zwei Künstler, die mich sehr inspirieren: Einerseits Ace of Clay, der unheimlich hilfreiche Tutorials macht, und Caroline McFarlane-Watts, die einfach umwerfende Kunstwerke kreiert, die ich in monatelanger Sucht zu so einem Imperium zusammengesammelt habe:

IMG_4707 Kopie

Figuren von Caroline McFarlane-Watts von Tall Tales Productions. Sind sie nicht wunderschön?

Caroline hat auch einen YouTube-Channel, in dem sie in Kurzvideos zeigt, wie ihre Kunstwerke zustande kommen.

Angespornt von so viel tollen Ideen habe ich mich dran gemacht den Kaktus nochmal mit SuperSculpey zu probieren, einem hautfarbenen Polymer Clay:

SuperSculpey Kaktus roh Kopie

Danach habe ich ihn versucht mit Acrylfarben von Liquitex anzumalen, was nicht funktioniert hat, weil die auf starkes Verdünnen mit Wasser sehr seltsam reagieren. Deswegen habe ich mir die Citadel Farben von Warhammer gegönnt (abenfalls Acryl), die für das Bemalen von Plastik-Miniaturen geschaffen worden sind und auch auf Polymer Clay gut funktionieren:

SuperSculpey Kaktus Kopie

SuperSculpey mit Citadel-Farben bemalt.

Natürlich braucht man, um aus Polymer Clay was Anständiges formen zu können ein paar Werkzeuge. Ich habe herausbekommen , dass es sehr individuell ist, was jeder verwendet und wie viel jeder braucht. Ich habe inzwischen eine große Vielfalt an Werkzeugen gesammelt, verwende aber haupstächlich die Colorshaper in jedem Härtegrad (das sind die mit der Plastikspitze), da man mit denen ausgesprochen feine Details herausarbeiten kann:

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Werkzeuge zum Bearbeiten von Polymer Clay.

Ganz praktisch sind auch so genannte Pasta Machines, mit denen man verschiedene Farbtöne mischen, den Polymer Clay auf exakte Dicken auswalken und harte Polymer Clays, wie z.B.: Fimo Professional, weichkneten kann. Wer da ein richtiges Schmuckstück und gleichzeitig den besten am Markt haben möchte, kann sich bei Ed Street einen eigenen machen lassen, wie wär’s zum Beispiel mit einem Regenbogen?

Rainbow Powder Coating from Ed Street: https://www.edscolors.com/front-page/color-selections/

Im Weihnachtsfieber habe ich wieder eine Künstlerin entdeckt, die ich schon seit langem sehr liebe: Patience Brewster und ihre Krinkles Figuren. Die Figuren werden in einem sehr aufwändigen Verfahren zuerst von ihr gezeichnet, dann von anderen Künstlern geschnitzt, von ihr korrigiert und dann in Resin abgegossen und von Hand bemalt. Für Interessierte gibt es hier ein Herstellungsvideo:

Inspiriert von diesen wunderbar verrückten Figürchen habe ich meine eigenen geschaffen und bin dabei wieder auf Schwierigkeiten gestoßen:

SuperSculpey Sonne roh Kopie

Irgendwie werden meine Skulpturen immer etwas creepy ^^‘

SuperSculpey Sonne Kopie

Ich habe die Sonne mit Citadel-Farben bemalt und der Farbauftrag wurde sehr fleckig. Das sieht natürlich unprofessionell aus, deswegen habe ich es beim Fisch  mit Grundierung versucht (Liquitex Gesso transparent). Aktuell sieht er so aus:

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SuperSculpey mit Liquitex Gesso. Oberfläche wird leicht schimmernd, aber das Gesso ist wirklich transparent. Es fühlt sich dann auch etwas sandig an.

Mal schauen, ob das besser funktioniert. Vielleicht hätte ich auch warten müssen und nicht direkt nach dem Ofen das SuperSculpey bemalen…
Na ja, so viel auf jeden Fall zu meinen weihnachtlichen Kreativspäßen. Ach ja, ich habe noch etwas ganz Tolles gefunden, eine so genannte Wet Palette, Nasspalette! Die kann man sich zwar selbst basteln, aber die Everlasting Wet Palette Painter macht mir sehr viel Freude und ist mir bei allen Acrylarbeiten eine RIEEEESEN Erleichterung, weil die Farben wirklich feucht bleiben, auch wenn man die Palette stundenlang offen rumstehen lässt! Jucheee, kein Stress mehr beim Werkeln mit Acrylfarben!

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Everlasting Wet Palette (Beweis: Farbe von gestern noch flüssig!!) mit Posca Acrylmarker, die sind extrem empfehlenswert und zuckersüßem Bärchenanhänger ohne Ohren ;). Die Idee zum Bären stammt von der gewaltig tollen Seite Red Ted Art von Maggy.

Sooo, vielleicht habt ihr jetzt auch ein paar Ideen bekommen! Ich würde mich sehr darüber freuen! Wenn ihr Fragen habt, bitte stellt sie in den Kommentaren! Ich wünsche euch allen einen guten Wochenstart! Liebe Grüße
Franziska Schriftzug 2

P.S.: Ich wurde für diesen Beitrag in keiner Weise gesponsert oder dazu angehalten. Alle Empfehlungen kommen von Herzen, weil sich die Dinge einfach bewährt haben und großartig funktionieren bzw. die Künstler einfach mega tolle Sachen produzieren!

 

 

Das große Zentangle®-Buch

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Buchdaten:

Titel: Das große Zentangle®-Buch
Autor/in: Beate Winkler (CZT) and Friends
ISBN: 9783772483714
Verlag: Frech
Seiten: 144
Preise: 15,50 (A) 14,99 € (D)

Um was geht’s:

Ich habe schon lange bemerkt, dass meine Fähigkeiten Muster und Ornamente zu zeichnen im besten Falle begrenzt sind. Das wollte ich ändern und bin über den Zentangle®-Trend gestolpert. Im Großen Zentangle®-Buch finden sich über 100 Muster (=Tangles), die aufgebrochen und Schritt für Schritt erklärt werden, sodass sogar – und ich habe es ausprobiert – Kinder wirklich schöne Muster erstellen können! Mit zwei vierten Klassen habe ich das Großprojekt gestartet. Dabei habe ich mir 9 Muster herausgesucht und mit den Kindern einzeln erarbeitet, als Zentangle-Basis sozusagen (siehe Tafelbilder unten). In „Phase 2″ durften sie dann ihr eigenes Tile (= Papierquadrat) gestalten. Zum Abschluss gestalteten sie die Buchstaben ihres Namens mit Mustern aus und den bemalten den Hintergrund farbig mit Aquarell.

Für mich selbst war das Ganze höchst inspirierend und ich habe viel gelernt! Mein Lieblings“hack“ ist aber, dass man wunderschöne Übergänge beim Schattieren mit dem Bleistift durch Papierwischer erstellen kann. Das hat die Qualität der Tangles gleich verdoppelt. Aber seht selbst:

Selbstversuch:

Aufbau:

Nach der Einleitung (Was ist Zentangle®? Wie fange ich an? etc.) folgen die einzelnen Tangles. Sie sind gegliedert in Einstiegs-, Mittel- und Meisterklasse und durchnummeriert. Die einzelnen Muster werden Strich für Strich genau erklärt und mit bildhübschen Beispielen abgeschlossen.

Persönliches Fazit:

Ein fantastisches Buch, um zwanglos loszuzeichnen, wirklich im Gestalten zu versinken, dadurch Stress abzubauen und ganz nebenbei auch noch zahllose Muster kennen und wiedergeben zu lernen. Ich bin restlos begeistert!

Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal

Franziska Schriftzug 2

Der kleine Lord

Der kleine Lord

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Buchdaten:

Titel: Der kleine Lord
Autor: Frances Hodgson Burnett, Jan Reiser
Übersetzt von: Gundula Müller-Wallraf
Verlag: Knesebeck
Format: 19.5 x 23.5 cm, gebunden mit SU
Seitenanzahl: 192
Alter: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-95728-303-0
Preis: 30,80€ (A) 30€ (D)

Zum Buch:

Ich muss gestehen für Kinderbuch-Klassiker habe ich eine Schwäche. Sie tragen Lebensumstände einer anderen Zeit in die Moderne und bringen so Kindern, wie Erwachsenen, die gesellschaftlichen Regeln und Verhältnisse eines Lebens lange bevor ihr eigenes den Anfang fand nahe. Zumindest ist das beim kleinen Lord so. Dem Schutzeinband kann man entnehmen, dass die Autorin Frances Hodgson Burnett es meisterlich verstand reale Umstände mit fantastischen Charakteren zu verbinden und hat mit diesem Talent und ihrer Liebe zu Kindern Titel geschaffen, die noch heute gerne gekauft werden.
Ich für  meinen Teil gebe zu von dem Buch und auch der Filmadaption gewusst zu haben, aber weder das eine noch das andere näher inspiziert zu haben. Mit dieser Ausgabe vom Knesebeck-Verlag, gespickt mit herrlichen Illustrationen und liebevoll neu übersetzt, wurde es komplett entstaubt und für jedes schicke Kinderzimmer salonfähig gemacht. Man schlägt das Buch auf, bezirzt vom schönen Einband und taucht augenblicklich in die Welt des kleinen Cedric ein, der in ärmlichen Umständen aufwächst, aber so reich mit Liebe beschenkt wird, dass ihm sein Leben nicht glücklicher erscheinen könnte. Seine Gabe das Leben und alles und jeden darin mit Freundlichkeit und Wohlwollen zu betrachten ist so überzeugend, dass sie selbst den größten Misanthrop ansteckt und verzückte rosa Bäckchen aufhaucht. Die farbenfrohen und kontrastierten Bilder von Jan Reiser tun ihr Übriges, um den Leser auf eine wunderbare Wohlfühlreise in vergangene Zeiten fort zu tragen.

Blick ins Buch:

Abschließende Worte:

Ich habe diese Lektüre inhaltlich und visuell sehr genossen. Ein willkommener Ausbruch aus den beruflich bedingten Familiendramen und deren Auswirkungen auf die Kleinsten. Märchenhaft verklärt, aber ein schöner Trost mit – Achtung Spoiler! – Happy End!

Franziska Schriftzug 2

Bäume

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Buchdaten:

Titel: Bäume
Autoren: Piotr Socha und Wojciech Grajkowski/ Thomas Weiler (Übers.)
Verlag: Gerstenberg
Format: 27,5 x 37,5 cm; gebunden
Seitenanzahl: 80 Seiten
Alter: ab 5 Jahren
ISBN: 978-3-8369-5654-3
Preis: EUR (D) 25.00 | EUR (A) 25.70 | SFr 32.50

Zum Buch:

Es gibt Bücher, die sieht man und es ist Liebe auf den ersten Blick! Bei „Bäume“ (und „Bienen“ gleichermaßen) war das so. Das beeindruckende Format und das gewinnende Porträt eines Baumgeistes am Cover lockten mich unwiderstehlich, es genauer unter die Lupe zu nehmen. Was auf den ersten Blick wie ein riesenhaftes, dickes Bilderbuch aussieht, erweist sich beim Lesen, als komplexes Sachbuch zum Thema, das von vielen Seiten beleuchtet wird. Die abwechslungsreichen, großformatigen Illustrationen/Tafeln laden zum genauen Betrachten ein und das sollte man auch, um beim Lesen des nebenstehenden Textes das Referenzbild zur Nummer leicht zu finden. Die Doppelseiten werden als Tafel in römischen Zahlen nummeriert und es kommt häufig vor, dass in einem Text ein Querverweis auf Tafel XY geschrieben steht. Das Buch ist also in sich vernetzt, kann aber gleichzeitig gemütlich Tafel, für Tafel genossen werden. Denn die seitlichen Texte wirken zwar kurz, bieten aber viel Information und neues Sachwissen.
Für die Illustrationen im Buch habe ich nur ein Wort: köstlich! Irgendwie lustig und gleichzeitig akkurat stellen sie komplexe Objekte einfach dar ohne Verniedlichung. Für Freunde von Wimmelbildern sind auch ein paar Juwelen drin zu finden! Meine persönlichen Highlights sind Tafel 1 der mexikanische Lebensbaum, der vor Farben und Lebendigkeit fast übergeht, und der Stammbaum Tafel 27, auf dem es so viel zu entdecken gibt, dass es eine wahre Freude ist.
Für mich stellt das Buch eine gelungene Fusion von Kunstschatz und Sachwissen dar und darf in keinem Bücherregal fehlen!

Auf der Verlagsseite habe ich noch diese Zusatzbroschüre „Aus dem Blätterwald“ zum Ausdrucken gefunden. Für den geneigten Leser kann man da für den Unterricht tolle weiterführende Ideen umsetzen (Beantworte folgende Fragen/Sind diese Aussagen richtig oder falsch? etc.). Auch auf Antolin ist das Buch mit drei Quizzes vertreten.

Blick ins Buch:

Abschließende Worte:

Von der Definition eines Baumes über Wurzelarten bis Bäumen in Religion und Legenden ist alles darin zu finden. Ein Glossar vermisst man zwar, aber das wird durch viel Liebe zum Detail und Hintergrundrecherche ausgeglichen.

Franziska Schriftzug 2

So ein Mist

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–>  Leseprobe  <–

Buchdaten:

Titel: So ein Mist!
Autorin: Melanie Laibl
Illustratorin: Lili Richter
Verlag: Tyrolia
Format: 298 mm x 241 mm
Seitenanzahl: 48
Alter: ab 9 Jahren
ISBN: 978-3-7022-3698-4
Preis: 19,95€ (A u. D)

Zum Buch:

Im Bereich der Volksschule, aber natürlich auch im Alltagsleben stellen sich immer wieder die Fragen nach der Mülltrennung, was mit unseren Abfällen passiert und wie man die negativen Folgen auf die Umwelt verbessern kann. Oft habe ich schon nach Büchern gesucht, die diesen Fragen nachgehen und die Antworten interessant und lehrreich aufbereiten. Mit „So ein Mist: Von Müll, Abfall und Co“ tätigte ich einen absoluten Goldgriff. Es ist ernsthaft ohne den mahnenden Zeigefinger zu heben, gleichzeitig lockern Sprachspiele und amüsante Zusatzinfos auf. Die ungewöhnlichen Zeichnungen veranschaulichen den Text und laden durch ihr Detailreichtum zum Verweilen ein.

Mist hat viele Seiten – diesen Untertitel des ersten Kapitels haben sich Autorin Melanie Laibl und Illustratorin Lili Richter bei diesem Buch zu Herzen genommen. Freunde von abwechslungsreichen Schreibstilen werden mit dem von Melanie Laibl ihre helle Freude haben, denn von Sprachspielen, Redewendungen und Synonymen, über römische Gottheiten, tierischem Hintergrundwissen und biologischen Informationen ist alles mit von der Partie und die großartigen Zeichnungen von Lili Richter verflechten alles zu einem homogenen Ganzen. Besonders die historische Entwicklung des WCs und der kleine Exkurs „Was Schleppen so schleppten“ haben es mir besonders angetan.

Das Format ist passend gewählt, um die detailreichen Zeichnungen und das vielschichtige Layout erfassen und gebührend erforschen zu können.

Ich persönlich habe mir genug Zeit genommen das Buch zu lesen. Da die Konsequenzen von Abfall auf unseren Planeten und natürlich unser Leben so weitreichend sind, wohnt den Seiten manchmal eine gewisse Intensität inne. Dementsprechend wollte ich die Lektüre nicht nur konsumieren, sondern wirklich verdauen und verstehen, weswegen ich nur 4-6 Seiten pro Tag las. Es hat auch gewirkt: Die Message ist angekommen und mein Abfallbewusstsein im Alltag ist definitiv gewachsen (und mein Vokabular zu Exkrementen 😉 ).

Blick ins Buch:

Abschließende Worte:

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen – eine wichtige, witzige, sehenswerte und lehrreiche Lektüre!

Franziska Schriftzug 2

Die Mini Me Zeichenschule

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Buchdaten:

Titel: Frau Annika und ihr Papierfräulein: Die Mini-Me Zeichenschule
Autorin: Frau Annika 
ISBN-13: 9783772483806
Verlag: Frechverlag
Seiten: 96
Preise: 15,50€ (A) 14,99€ (D)

Buchtrailer:

Um was geht’s:

Mit diesem Buch lernt man die Basics, die man braucht um sich selbst als stilisiertes Mini-Persönchen zu zeichnen, auszuschneiden und in reale Umgebungen einzufügen. Als Selfie der besonderen Art sozusagen. Für was man so etwas braucht? Ich finde das eine wunderschöne Weise ein Fototagebuch zu gestalten und dabei seine Zeichen- und Malskills zu verbessern. Aber es gibt ungefähr drölfzig Gründe mehr so ein lustiges Mini-Me in die Welt zu setzen (z.B.: um seinen Spieltrieb zu befriedigen 😉 ) !

Aufbau:

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt. Das sind:

  1. Zeichengrundlagen: Hier lernt man die wichtigsten Grundlagen zum Zeichnen der Mini-Mes, wie Anatomie, Körperformen, Posen, Gesichtsausdrücke etc. Denn die kleinen Papierfräulein sehen zwar lustig und einfach aus, aber um etwas vereinfachen zu können, muss man die Essenz dessen beherrschen. Zumindest wenn man etwas Neues kreieren will.
  2. Technik: Hier lernt man welche Farben, Stifte, Papier, Werkzeuge und Hilfsmittel Frau Annika verwendet, wie man Haut darstellt – kurz wie man das Mini-Me am besten koloriert. Aber auch wie man seine Miniatur-Persönlichkeit ausschneidet, mit Aufstellern versieht und fotografiert wird dem geneigten Leser hier näher gebracht. Hier finde ich die Material-Empfehlungen der Autorin sehr hilfreich, weil man so nicht lange suchen muss, sondern bei Bedarf gezielt kaufen kann. Dadurch spart man sich unnötige Geldausgaben für die sowieso teuren Künstlermaterialien.
  3. Papierfräulein: Dieses Kapitel widmet Frau Annika ganz der Frage: Wie kann ich das Papierfräulein in Szene setzen? Für was kann ich mein Mini-Me verwenden? Man erhält viele Impressionen für Einsatzmöglichkeiten und Erweiterungen derselben durch Verwendung in Glückwunschkarten, Bildern, besondern Geschenken etc. Hierfür werden ganz tolle Anleitungen für Pop-Up-Karten, Dioramen und die Erstellung von Anziepüppchen zur Verfügung gestellt.
  4. Bildergalerie: In der Bildergalerie findet man eindrückliche Beispiele für das Mini-Me in Aktion. Das habe ich besonders wertvoll gefunden, da man wirklich inspiriert und vom Zauber der Mini-Mes eingefangen wird.
  5. Übungsblätter: Diese sind nicht im Buch in ausgedruckter Weise inkludiert. Um die Blätter zu erhalten erstellt man einen Account beim Frechverlag und ladet die Übungsblätter mit dem im Buch enthaltenen Freischaltcode herunter. Mit den Blättern habe ich mich getraut das Ganze zu wagen und auch gespürt wie unglaublich eingerostet ich im Zeichnen von Personen bin, beziehungsweise noch auf dem Level feststecke, den ich seit meiner Jugend nicht weiter ausgebaut habe. Für mich eine ganz tolle Erfahrung hier Hilfe außerhalb meiner Komfortzone zu haben und stressfrei dazuzulernen.

Buchgestaltung:

Layout und Strukturierung des Buches sind sehr übersichtlich und ansprechend gestaltet. Auch die Bilder sind sehr anschaulich und inspirieren zum Selberausprobieren!
Durch die Broschur und das gut gewählte Format kann man das Buch überall mit hinnehmen, gleichzeitig bleiben die Bilder groß genug, um auch Details zu erkennen.
Jedes Kapitel beginnt mit einer Inhaltsangabe und wird durch eine eigene Farbe definiert. Diese spiegelt sich an der Seitennummerierung wieder, wo auch der Kapitelname zu finden ist. So findet man sich spielend leicht zurecht. Da hat jemand wirklich mitgedacht – bravo!

Selbstversuch:

Persönliches Fazit:

Ich habe noch nie so eine flüssige und leicht zu konsumierende Zeichenschule genossen! Innerhalb von eineinhalb Tagen verschlungen, druckte ich anschließend die Übungsblätter aus, um sofort loszulegen. Ich stützte mich auch schwer auf diese, um meine anfänglichen Schwierigkeiten zu überwinden. Das ist überaus praktisch, denn mit Menschen zeichnen habe ich normalerweise einfach Probleme. Aber die Blätter zeigen die Grobvorgabe einer Pose  und damit auch die Größe der Gliedmaßen, des Kopfes und Rumpfes. Dadurch kann man sich auf das Gesicht und andere Details konzentrieren und bekommt ein Gespür dafür, wie die Verhältnisse beim Kindchen-Schema funktionieren.
Mir wurde auch bewusst wie langweilig meine Gesichtsausdrücke bis jetzt waren und wie schwierig Gewandfalten sind 😀 Aber Übung macht bekanntlich den Meister und genau das werde ich jetzt machen!

Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal

Franziska Schriftzug 2