Dokumentenkamera Optoma DC450

Seit langem überlege ich eine Lösung, um meinen Schreibtisch von oben zu filmen. Das stelle ich mir für sämtliche Anleitungen, die ich für die Schule fabriziere, unheimlich praktisch vor. Bei meinen Internetrecherchen bin ich auf das Konzept der Dokumentenkamera gestoßen, die prinzipiell genau das bieten soll, was ich mir gewünscht habe: Ich möchte meinen Tisch hochauflösend von oben filmen und das Livebild auf dem Bildschirm vor mir sehen und steuern können.

Lange habe ich mit der Optoma DC450 geliebäugelt und endlich bestellt. Heute möchte ich euch meine Erfahrungen damit vorstellen. Ich schicke vorweg, dass ich die Kamera nicht auf Herz und Nieren getestet habe, da mir so viele Punkte gleich auffielen:

Kurzzusammenfassung:

Optoma DC450 – 8 Megapixel XGA/UXGA/720p/1080i USB LED HDMI

++ Verarbeitung
++ Idee
++Konstruktion
+ Kamerabild bei Kamerakopf um 90° drehbar (ich dachte 360°)

-Farben total übersättigt und dunkel
-Einstellungsmöglichkeiten relativ gering
— Videoqualität (Auflösung theoretisch Full HD, praktisch ?)
–Audioqualität (scheppert)
–Framerate (theoretisch bis zu 30 fps, aber praktisch entstehen bei jeder Bewegung „Schlieren“ im Bild)
–nur VGA-Kabel, kein HDMI zu Mini-HDMI-Kabel, sondern nur ein Mini-HDMI-Adapter
–einmal ohne Ton aufgenommen ohne ersichtlichen Grund oder Hinweis

Lange Ausführung:

Hach, ich wollte sie lieben, aber sie hat mich so enttäuscht. Aber kommen wir einmal zu den positiven Aspekten: Die Optoma DC450 wurde mit qualitativ hochwertigen Materialien verarbeitet. Der Schwanenhals ist mit einem sehr samtigen und flexiblen Kunststoff ummantelt, der das Verstellen der Höhe zu einem angenehmen Erlebnis macht. Auch das Konzept des superflexiblen Schwanenhalses mit dem dynamischen und platzsparenden Kamerakopf ist genial und gut ausgeführt. Ich finde es auch super, dass die Kamera, das Bild gleich so aufnimmt, dass das Bild nicht am Kopf, sondern richtig gedreht erscheint – zwei Daumen hoch! Die Idee, das man das Kamerabild direkt an der Kamera drehen kann, fand ich auch sensationell, aber dann fand ich heraus, dass diese Funktion leider nur 90° umfasst, statt 360° wie ich dachte. Für meine Zwecke konnte ich auch den Kamerakopf hoch genug stellen und die Gesamtkonstruktion nahm mir nicht zu viel Platz weg – top!

LEIDER, sind mir auch von Anfang an große Negativpunkte aufgefallen. Schon beim Auspacken fiel mir ein fehlendes HDMI-Kabel auf. Das wurde nicht vergessen, das zählt nicht zum Lieferumfang, nur ein VGA-Kabel (in welchem Jahrtausend wurde das Gerät produziert?!). Dafür ist ein Adapter von HDMI auf MINI-HDMI dabei, da das Gerät einen MINI-HDMI-Ausgang hat. Adapter brauchen immer Platz und machen das Gerät weniger flexibel, man müsste also ein HDMI zu MINI-HDMI-Kabel haben, was nicht jeder Haushalt aufweist.

Die Voreinstellung der Videos ist auch ziemlich niedrig, weswegen ich das gleich in den Einstellungen der Software Smart DC umgestellt habe:

Smart DC Auflösung

Das hat zwar die Auflösung ein bisschen besser gemacht, aber an der Tatsache, dass meine Hand „Schlieren im Bild“ machte, nichts geändert. Eigentlich sollte die Kamera bis zu 30 Frames per Second aufnehmen können und damit sollte das auch nicht passieren. Aber auch die Umstellung von Erfassen: Einzeln auf Erfassen:Kontinuierlich änderte an dieser Tatsache nichts. Dabei wird man gewarnt, dass leistungsschwächere Computer diese Einstellung vielleicht nicht verarbeiten können. Bei einem Windows-Leistungsindex von 7,7 erwarte ich mir aber keine Probleme.

Auch die Farbsättigung und Dunkelheit des Bildes war sehr hoch, die musste ich bei „Helligkeit erhöhen“ ziemlich raufschrauben.
Auch beim Ton sind mir große qualitative Mängel aufgefallen. Obwohl das Mikro am Standfuß der Kamera installiert ist, muss man leise reden, bei einer Entfernung von 50 cm und es scheppert immer noch.
Das war das Beste, was ich zusammengebracht habe, trotz aller Einstellungsänderungen:

2018-10-18_07-43-51

Foto (1920×1080, aufgehellte Farben in der Smart DC Software, Sättigung nicht reduzierbar)

IMG_2612 Kopie

Hinkendes Vergleichsbild, weil bei Tageslicht aufgenommen und stark verkleinert, mit meinem iPhone 6 Plus. Trotzdem erkennt man auf ersten Blick den starken Unterschied

Ich habe versucht das Video auf YouTube raufzuladen, aber aus irgendeinem Grund wird das Bildmaterial ca.7x so schnell abgespielt als der Ton, was sehr komisch ist. Auch andere Versuche das Video hier darzustellen, haben leider nicht funktioniert. Ein Bekannter meinte, das Video würde von Youtube als Slowmotion erkannt und dementsprechend schnell abgespielt. Aber soweit ich weiß gibt es keine Slowmotion-Funktion bei dieser Kamera, aber das würde erklären warum sich bei jeder Bewegung „Schlieren“ bilden.

Habt ihr vielleicht eine Idee warum die Videos bei dieser Kamera so seltsam sind? Vielleicht ist euch auch schon mal so etwas passiert?
Habt ihr Erfahrungen mit Dokumentenkameras/Visualizern?

Ich wäre euch dankbar fürs Mitteilen eurer Erfahrungen! Mich hat dieser Ausflug in die Dokumentenkamera-Welt bekümmert, habe aber trotzdem die Hoffnung, dass vielleicht der Fehler bei mir lag.

Einen schönen Sonntag wünscht euch

Franziska Schriftzug 2

 

 

 

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